Männerriege Stüsslingen, jetzt aber fix auf die Cabane des Dix

28 Aug
28. August 2008

Am Samstag, 22. August 2008 um 7 Uhr in der Früh, trafen sich 16 Stüsslinger Männerriegler zur diesjährigen Reise auf die Cabane des Dix im Wallis.

Thomas von Arx hatte diese Reise bereits vor 3 Jahren geplant, doch fiel sie damals dem schlechten Wetter zum Opfer. In gewohnt souveräner und umsichtiger Art hatte Thomas die beiden Tage wiederum gespickt mit Höhepunkten zuhauf. Auch diesmal schien es im Vorfeld so, als ob der Wettergott nicht unbedingt ein Freund der Stüsslinger Männerriegler sei. Doch um es gleich vorweg zu sagen, das Wetter an diesen beiden Tagen war traumhaft schön.

Nach einer kurzweiligen Fahrt via Olten, Bern, Visp erreichten wir gegen 9:30 Uhr Sion, um uns von dort mit dem Postauto auf 2365 m, zu unserem ersten Zielpunkt, dem Lac des Dix mit seiner imposanten Staumauer chauffieren zu lassen. Diese Gewichtsstaumauer ist die weltweit höchste ihrer Art. Der Lac des Dix kann aber auch noch mit weiteren imposanten Daten aufwarten, etwa mit dem Fassungsvermögen von 400 Millionen m3, einer Tiefe von bis zu 227 m oder einem Staumauergewicht von 15 Millionen Tonnen. Nachdem sich alle dem Wetter entsprechend umgezogen hatten, nahmen wir die erste Etappe in Angriff. Es war eine „leichte“ Wanderung über 5 km dem See entlang, gerade richtig zum Ein- / Warmlaufen.

Nach einem stärkenden Mittagessen aus dem Rucksack und kritischen Blicken in die nun vor uns liegende Bergwelt machten wir uns auf den Weg zur Cabane des Dix. Die SAC-Hütte liegt auf 2’928 MüM, das heisst, wir hatten eine Höhendifferenz von 600 m zu überwinden. Für die angenommene Aufstiegszeit von 2 ½ Stunden versprach das doch eine Menge Schweisstropfen. Schon bald hatten wir die ersten 100 Höhenmeter hinter uns und der Lac des Dix wurde immer kleiner. Waren die Gespräche der Männerriegler anfangs noch rege und laut, so wurde es mit der Zeit immer stiller und die pfeifenden Lungen konkurrierten mit den Warnpfiffen der zahlreichen Murmeltiere. Nach etlichen Zwischenhalten war es dann soweit, die Cabane des Dix lag vor uns. Nachdem das obligatorische Gruppenphoto auf dem Tete Noir auf beinahe 3’000 m geschossen war, eilte jeder die kurze Strecke zur Hütte hinab, nicht nur des wohlverdienten Bieres oder Weins wegen, sonder auch wegen der nun doch spürbar frischeren Temperatur.

Während die einen in der warmen Stube einen Jass klopften, genossen die anderen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen, ein Glas Wein und den Blick in die umliegenden Berge auf der Terrasse.

Nach einem reichhaltigen Abendessen (Suppe, Salat, Schinken mit Reis und einer feinen Sauce, Dessert mit Williams) sowie einem vorab vom Hüttenwart offerierten Gläschen Weisswein, nahm der Abend – begleitet von ein paar wenigen! Getränken – um 22 Uhr ein abruptes Ende. Lichterlöschen war angesagt, die ersten Bergsteiger (nicht Männerriegler) wollten ja um 3 Uhr in der Früh bereits los. Es war dann auch rasch „Ruhe im Stall“, verständlich, nach dem anstrengenden Aufstieg.

Am anderen Morgen – nach einer Katzenwäsche – das W asser war aufgrund der tiefen Temperaturen gefroren -, und nach einem guten Frühstück hiess es wieder „Rucksack auf, Stöcke eingestellt“ und ab auf die Piste. Will heissen, der Weg über den Gletscher Glacier de Cheilon und über den Col de Riedmatten ( 2919 m ) als Höhepunkt des zweiten Tages begann. Wer meinte, Gletscherwandern sei weniger beschwerlich als ein Bergaufstieg, sah sich nach 2 Stunden eines Besseren belehrt. Teilweise nahm man die Männerriegler nur noch in gebückter Haltung wahr, so steil war der Aufstieg nach der Gletscher-Überquerung. Die ganz Mutigen nahmen den Weg in die Höhe über die 87 Stufen der in der Wand eingelassenen Eisenleiter des Pas de Chèvres ( 2855 m ), das Herzklopfen soll jeder von jedem gehört haben. Ein besonderes Herzklopfen bescherte eine Steinbockherde einem Männerriegler. Als die Herde oberhalb von ihm einen Hang traversierte löste sie eine kleinere Steinlawine aus. Der Zuruf eines Kameraden kam gerade rechtzeitig um Schlimmeres zu verhüten.

Der Abstieg nach Arolla sollte noch einmal zu einer Bewährungsprobe für die Muskulatur des Bewegungsapparates werden. Der Schreibende mag sich kaum an solch schweigsame Streckenabschnitte erinnern. Dank einer auf die aktuelle Situation der Männerriegler ausgerichteten Pausenplanung erreichten wir müde und stolz über das Geleistete unser Ziel Arolla gegen Mittag. Das Aufatmen aller war spürbar.

Nach einem stärkenden Umtrunk brachte uns der gecharterte Bus talwärts nach Sierre zum Lac de Géronde. Im Garten einer kleinen Italiener-Beiz genossen wir die verbleibenden Stunden bis zur Abfahrt bei einem leckeren Essen und einigen Flaschen Wein.

Die kurzweilige Heimfahrt gab Gelegenheit, die vergangenen zwei Tage noch einmal Revue passieren zu lassen. Alle Teilnehmer waren sich einig, daß diese Männerriegen-Reise die obere Grenze der physischen Leistung angestossen hat. Alles in allem waren die beiden Tage ein Erlebnis der besonderen Art.

Der Präsident Martin Eng dankte Thomas von Arx denn auch im Namen aller teilnehmenden Kameraden beim Abschiedstrunk im Restaurant JURA für die Organisation dieser aussergewöhnlichen Reise, die sicher auch wieder lange ein Gesprächsthema der Stüsslinger Männerriegler sein wird.

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