Männerriege Stüsslingen auf rasanter Tour im Engadin

28 Okt
28. Oktober 2007

Am Freitag, 17. August 2007, trafen sich 21 Stüsslinger Männerriegler zur 3-tägigen Reise ins Engadin. Unser Tourenleiter, Thomas von Arx, hatte eine vielversprechende Tour zusammengestellt.

Du findest den Bericht nachstehend in ungereimter, und am Ende in gereimter Form. Viel Spass beim Lesen.

Da wir uns bereits um halb sechs in der Früh zur Abfahrt einfinden mussten, verlief denn auch die Fahrt bis St. Moritz in eher ungewohnt ruhigem Rahmen.

Der Wettergott meinte es nicht sonderlich gut mit uns sondern zeigte uns sein wolkenverhangenes und regnerisches Gesicht. Die tags zuvor beschlossene Schlechtwettervariante war in diesem Fall keine wirklich gute, das ganze Engadin war „zu“. Wir beschlossen , bis zur Corvatsch-Mittelstation zu fahren um dann die Lage neu zu analysieren. Vorgesehen war, bis zur Forcla Surlej zu wandern und von dort, nach einem Mittagessen, ins Val Rosegg hinabzusteigen.

Im Restaurant der Corvatsch-Mittelstation trafen wir auf die beiden Serviertöchter des Restaurants der Forcla Surlej, welche von ihrer Chefin – mangels Touristen – frei bekommen hatten und auf dem Weg nach Pontresina waren. Eine telefonische Kontaktnahme mit dem Restaurant war nicht möglich (Gewitter). Dennoch verpackten wir uns in Regenbekleidung und marschierten los. Bei unserer Ankunft stellten wir fest, dass die Kommunikation doch noch irgendwie geklappt haben musste, jedenfalls wartete genügend Bündner Gerstensuppe mit Wurst auf uns.

Frisch gestärkt machten wir uns dann an den steilen Abstieg hinunter ins Val Rosegg. Nach rund 2 Stunden, mit schlotternden Beinen, erreichten wir unser Ziel. Jetzt hiess es noch, den Weg nach Pontresina unter die Hufe zu nehmen. Eine kurze Rast, dann verteilten wir uns auf 2 Kutschen und liessen uns in gemächlichem Tempo ins Tal hinab kutschieren.
Die letzte Strecke zu unserem Tagesziel, dem Bernina Hospiz, legten wir mit dem Bernina-Express zurück. Nach dem Zimmerbezug und der Körperpflege genossen wir – neben einem guten Tropfen – ein ausgezeichnetes Nachtessen. Danach wurde gejasst oder eifrig diskutiert.

Ob die Diskussionsinhalte der Grund waren, dass ein Kamerad bei der Suche nach seinem Zimmer Probleme bekundete, ist nicht bekannt.

Am anderen Morgen, nach dem Frühstück, schien der Wettergott gnädiger gestimmt zu sein, zumindest regnete es nicht und bei der hin und wieder kurz auftauchenden Sonne konnte man die Schönheit der Landschaft erahnen. Nun stand der Höhepunkt der Reise bevor. Es galt, Velohelm und Bike zu fassen. Im Gegenzug verluden wir unsere Rucksäcke auf den Bike-Transporter mit der Hoffnung, dass wir sie am Abend in unserer Unterkunft wiedersehen würden.

Thomas hatte in der Reisebeschreibung von einer „gemütlichen“ Abfahrt geschrieben, doch wie realisiert man dies, wenn es immer nur ziemlich steil bergab, Richtung Tirano geht?

Gut, zählen wir die gemachten Beizlihalte und das reichhaltige und gute Mittagessen hinzu, stimmt inbezug auf die Zeit wieder alles. Jedenfalls erreichten wir unser Ziel Tirano ohne Unfall. Nachdem wir unsere Bike wieder auf den zwischenzeitlich eingetroffenen Transporter verladen hatten, ging’s mit dem Bernina-Express wieder zurück in die Schweiz nach Le Prese. Dort verbrachten wir unseren letzten Abend, der ebenfalls wieder durch ein ausgezeichnetes 4-Gang-Menue gekrönt wurde.

Am Sonntagmorgen erlebten wir die Fahrt von Le Prese nach Pontresina in einem Erstklass-Panorama-Wagen des Bernina-Express (Dank einer Falschbuchung der Rhätischen Bahnen!).

Das eher sommerliche Wetter bescherte uns eine grandiose Fahrt durch eine abwechslungs-reiche Landschaft. Nach einem kurzen Umstieg erreichten wir Muottas Muragl Station um uns von dort mit der Standseilbahn auf Muottas Muragl hinauffahren zu lassen. Dort liess uns der Wettergott auf unserer Wanderung zur Alp Languard wieder all seine Launen spüren. Strahlendem Sonnenschein folgte innert kürzester Zeit eine Nebelwand. Dann begann es unvermittelt zu schütten, so dass wir kaum Zeit fanden, unsere Regenbekleidung hervorzunehmen, geschweige denn, anzuziehen. Dennoch, gegen 15:00 Uhr erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt Pontresina.

Die Rückfahrt nach Stüsslingen verlief – ähnlich wie die Hinfahrt am Freitag – in eher ruhigem Rahmen. Erwähnenswert ist noch, dass die Bergschuhe eines Kameraden gleich am ersten Tag derart protestierten, so dass sich die Unterteile von den Oberteilen lossagten und er die ganze Zeit mit vorne offenen Schuhen umherlaufen musste. Die entsprechenden Kommentare seitens seiner Kameraden und auch verschiedener Touristen sorgten für manchen Lacher.

Der Präsident dankte Thomas von Arx auch im Namen aller Kameraden für die Organisation dieser aussergewöhnlichen Reise, die sicher noch lange ein Gesprächsthema der Stüsslinger Männerriegler sein wird.

Männerriege Stüsslingen unterwegs im Engadin

Stüsslingens Männerriegler, 21 an  der Zahl,
machten sich auf am Freitag ins Engadiner Tal.
Forcla Surlej war unser erstes Ziel,
Thomas ganzes Programm versprach uns sehr viel.

Alle kamen, mehr oder weniger fit,
nur Petrus war Spielverderber, er spielte nicht mit.
Wir nahmen uns vor, dem Wetter zu trotzen,
trotzdem – oder dennoch – es war manchmal einfach zum kotzen.

Auf der Forcla Surlej, von den Serviertöchtern verlassen,
gab’s Bündner Gerstensuppe mit Wurst in Suppentassen.
Der folgende Abstieg war steinig, mancher Fuss wurde geschunden,
aber was soll’s, Bier heilt – wie bekannt – ja fast alle Wunden.

Vom Rosegg-Gletscher ging’s mit Pferdekutschen und manch lautem Hüaho,
via Pontresina und Bernina-Express hoch ins Bernina Hospizio.
Nach gutem Essen, viel Bier, Wein und einem Jass,
machte einem Kameraden frühmorgens das Zimmersuchen viel Spass.

Am anderen Morgen hiess es „Velo fassen“,
dann ging’s bergab – es hiess „gemütlich“, aber manche konnten’s nicht lassen -
bis nach Tirano in Italia, dort empfing uns herrlicher Sonnenschein
es ging ohne Unfall, Mensch, hatten wir Schwein.

Zurück nach Le Prese, wieder gut Essen, Bier, Wein und Kaffee
litt der ein oder andre am folgenden Tag an Magen- /Kopfweh.
Was soll’s, dieser Tag musste noch erlebt und überstanden sein
und das gelang, mit Nebel, Regen und Sonnenschein.

Das Sonntags-Ziel hiess Muottas Muragel
vom Wetter gab’s – wie gesagt – alles, ausser Schnee, Blitz und Hagel.
Nun tun uns allen die Füsse weh,
nur nicht dem Aldo, aber der sagt seinen Schuhen ade.
Sie hielten tapfer durch die ganzen 3 Tage
und das ist ein Wunder, ganz ohne Frage.

So langsam geht nun die Reise zuende,
doch jetzt kommt noch Arbeit für eure Hände.
Gebt alle dem Thomas als Dank einen grossen Applaus,
ich habe fertig, Ende und aus.

Stüsslingen,19.08.07, HB

Siehe auch die Bilder in der Galery.

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