Männerriege Vereinsreise 1999

15 Okt
15. Oktober 1999

Als eindrücklichliches Erlebnis wird allen, die dabei waren, die diesjährige Turnfahrt der Männnerriege Stüsslingen in Erinnerung bleiben. Während zweier Tage weilten die 16 marschtüchtigen Turner aus dem Niederamt im Wallis, genauer: im Gebiet des Grossen Aletschgletschers.Ausgangspunkt am ersten Tag war das Eggishorn, ob Fiesch, mit 2927 Metern, auch gleich der höchste Punkt auf der ganzen Tour. Bei prächtigem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen führte der erste Teil der Wanderung dem Aletschgletscher abgewandt, oberhalb der Fiescher-, Bettmer- und Riederalp vorbei über das Bettmerhorn zur Riederfurka; ein Gebiet, das viele vom Skifahren her kennen, das sich aber auch in den Sommermonaten in einer reizvollen Atmosphäre präsentiert. Dass dieser Abschnitt der Wanderung nicht einfach zum leichten Einlaufen vor dem happigen zweiten Teil wurde, war darauf zurückzuführen, dass nicht nur breite Wanderwege, sondern teils auch steile Passagen und unwegsames Gelände ausserhalb der Normalroute gewählt wurden. Jedenfalls waren alle froh, am späteren Nachmittag die Riederfurka heil erreicht zu haben und sich am Rande des Aletschwaldes von den ersten Anstrengungen erholen zu können. Bei gutem Essen, fröhlichem Gesang und einer lockeren Stimmung ging der Abend allzuschnell vorbei. Mehr oder weniger ausgeruht ging‘s anderntags schon früh am Morgen los. Zur Gruppe gesellte sich jetzt eine sehr wichtige Persönlichkeit, ein Bergführer aus der Region, der die unternehmungslustigen Niederämter während des ganzen Tages anführte, genau bestimmte wo‘s langgeht, den Rhythmus angab und die Ruhepausen im richtigen Moment ansetzte. Im Abstieg durch den Aletschwald wurde den Stüsslinger Männerrieglern zunächst die Schönheiten dieses Naturreservats bewusst. Zeugen aus vergangenen geologischen Zeitabschnitten fielen ebenso auf, wie die verknorzten, hunderte von Jahren alten Arven und die Wildtiere, die sich an diesem schönen Sonntagmorgen in unmittelbarer Nähe des Wanderweges aufhielten. Dann erfolgte, auf das sich alle mit Ehrfurcht und einem krippeligen Gefühl eingestellt hatten: die Überquerung des Aletschgletschers. Seiten- und Mittelmoräne mit Geröll und Kies jeglicher Grösse wechselten ab mit blankem Eis, flankiert von mächtigen Eistürmen. Beeindruckend für alle dieser rund einstündige Abschied von jeglicher Vegetation und das Eintauchen in eine fremde, arktische Welt. Den Ausstieg vollzogen und den Glescher hinter sich gelassen, erfolgte nun die “Pièce de Résistance”, der ruppige Aufstieg zur Belalp, das Ziel der Wanderung. Die wundervolle Landschaft und der Blick auf den imposanten Aletschgletscher hinunter, konnten bei der hoch am Himmel brennenden Sonne das unanhaltende Triefen der Schweissperlen nicht verhindern. Dann, nach sechs Stunden reiner Marschzeit war‘s aber endlich geschafft, das erste Berggasthaus auf der Belalp erreicht. Das Glücksgefühl und auch ein bisschen Stolz, ob der vollbrachten Tat, überwogen und entschädigten für manche der Strapazen. Eine aussergewöhnliche Turnfahrt für die Männerriege Stüsslingen ging zu Ende. dy

Tags: ,
© Copyright - STV Stüsslingen